Die Chemotherapie ist eine systemische medikamentöse Behandlung, das heißt, sie zirkuliert über den Blutkreislauf und erreicht alle Bereiche des Körpers. Dadurch ist sie wirksam gegen Krebszellen sowohl an ihrem ursprünglichen Entstehungsort als auch in Fällen, in denen sich die Erkrankung ausgebreitet hat.
Wie wirkt die Chemotherapie?
Chemotherapeutika wirken, indem sie sich rasch teilende Zellen angreifen, was ein wesentliches Merkmal von Krebszellen ist. Diese Medikamente wirken über verschiedene Mechanismen, darunter:
- Zerstörung des genetischen Materials (DNA) im Inneren der Krebszellen
- Unterbrechung des Prozesses der Zellteilung
- Verhinderung von Tumorwachstum und -ausbreitung
Da sich jedoch auch einige normale Körperzellen rasch teilen (etwa Haarfollikel, Knochenmarkzellen und Zellen des Verdauungstrakts), können auch diese in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies erklärt viele der häufigen Nebenwirkungen, die mit der Chemotherapie einhergehen.
Methoden der Verabreichung der Chemotherapie
Die Art der Verabreichung hängt von der Krebsart und dem Zustand des Patienten ab und kann Folgendes umfassen:
- Intravenös (IV-Infusion): Die häufigste Methode, verabreicht in einem Krankenhaus oder onkologischen Zentrum
- Orale Chemotherapie: Zu Hause unter ärztlicher Aufsicht eingenommen
- Intramuskuläre oder subkutane Injektionen in bestimmten Fällen
- Port-a-Cath: Ein unter die Haut implantiertes Gerät, das die Verabreichung einer Langzeitbehandlung erleichtert
Chemotherapie-Zyklen
Die Chemotherapie wird in Zyklen verabreicht, wobei jeder Zyklus aus Folgendem besteht:
- einer Behandlungsphase (die mehrere Stunden oder Tage dauert)
- gefolgt von einer Ruhephase (die Tage oder Wochen dauert)
Diese Ruhephasen sind wichtig, damit sich die normalen Zellen erholen können und die Nebenwirkungen verringert werden. Die Anzahl der Zyklen variiert je nach Krebsart und dem Ansprechen des Patienten auf die Behandlung.
Anwendungsgebiete der Chemotherapie
Die Chemotherapie kann in verschiedenen Behandlungsphasen eingesetzt werden:
- Vor der Operation (neoadjuvant): Um den Tumor zu verkleinern
- Nach der Operation (adjuvant): Um verbliebene Krebszellen zu beseitigen
- Als primäre Behandlung: In bestimmten Fällen
- In fortgeschrittenen Stadien: Um die Erkrankung zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern
Mögliche Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen sind von Patient zu Patient unterschiedlich, je nach Art des Medikaments und der Dosierung, und können Folgendes umfassen:
- Haarausfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Allgemeine Erschöpfung
- Geschwächtes Immunsystem und erhöhtes Infektionsrisiko
- Appetitverlust
- Wunde Stellen im Mund
Moderne Medikamente haben jedoch die Möglichkeiten, diese Nebenwirkungen zu behandeln und zu verringern, erheblich verbessert.
Die Erfahrung des Patienten während der Behandlung
Die Chemotherapie wird in der Regel in spezialisierten Zentren verabreicht, in denen der Patient engmaschig von einem multidisziplinären Behandlungsteam überwacht wird. In vielen Fällen können die Patienten noch am selben Tag nach Hause zurückkehren.
Es ist wichtig:
- die vereinbarten Behandlungstermine strikt einzuhalten
- regelmäßige Laboruntersuchungen wahrzunehmen
- ungewöhnliche Symptome dem Behandlungsteam zu melden
Behandlungsdauer und Nachsorge
Die Dauer der Chemotherapie ist sehr unterschiedlich und kann je nach Behandlungsplan und dem Ansprechen des Körpers von mehreren Wochen bis zu mehreren Monaten reichen.
Das Ansprechen auf die Behandlung wird beurteilt durch:
- Bildgebende Untersuchungen
- Labortests
- Klinische Untersuchung